Am 05.03.2019 17:00 Uhr

Bauordnungsnovelle 2018 / erste Praxiserfahrungen

SO/Vienna, Praterstrasse 1, 1020 Wien

Im November 2018 wurde die jüngste Novelle der Wiener Bauordnung beschlossen, welche viele Neuerungen bringt und die auch auf die jüngste Rechtsprechung des VwGH reagiert. So wurden etwa Regelungen betreffend geförderten Wohnbau oder etwa zur Kurzeitvermietung von Wohnungen beschlossen, deren Anwendbarkeit aus rechtlicher Sicht viele Fragen aufwerfen. 
Weiter wird auf „architektonische“ Entscheidungen des VwGH (Stichwort: Erker, Laubengänge und Gauben) mit der Novelle reagiert. Auch hier bleibt abzuwarten, ob die neuen Regelungen die erwünschte rechtliche Klarstellung bringen. Verfahrensvereinfachungen für bestimmte Bereiche werden ebenso normiert. Gegenstand des Immodienstags am 5. März soll eine Darstellung der wichtigsten Neuerungen samt damit verbundener erster Praxiserfahrungen sowie einer Abschätzung von sich daraus ergebenden Chancen und Risiken sein.

Weitere Informationen zum ImmoDienstag und zur Veranstaltungsanmeldung, sowie unser Kontaktformular finden Sie hier

Programm:

18:00 - 18:30

Eintreffen der Gäste und Begrüßung durch das Team

18:30 - 19:00

Vortrag: Geförderter Wohnbau
Welche Auswirkungen hat die neue Flächenwidmungsplankategorie Geförderter Wohnbau nach der Wr BauO?
In Gebieten für geförderten Wohnbau dürfen Wohnungen nur geschaffen werden, wenn die auf dem Bauplatz vorgesehenen Wohnungen hinsichtlich der Grundkostenangemessenheit nach der Wohnnutzfläche überwiegend dem § 5 Z 1 WWFSG 1989 entsprechen.
Welchen Mindestanteil muss der Geförderte Wohnbau in derartigen Widmungskategorien aufweisen?
Im Allgemeinen ist von einem überwiegenden Anteil gemäß der Neuregelung in der Wr BauO auszugehen. Bei einem überwiegenden Anteil ist ein Ausmaß von mehr als 50 % anzunehmen. Demgegenüber sehen die ebenfalls vom Gemeinderat beschlossenen Planungsgrundlagen der Stadt Wien zu dieser Widmungskategorie vor, dass ein Mindestanteil an geförderter Wohnnutzfläche (gemessen an der gesamten Wohnnutzfläche) von zwei Drittel festgelegt werden kann.
Welche zusätzlichen Erfordernisse im Rahmen des baurechtlichen Bewilligungsverfahrens stellen sich auf Grund dieser neuen Widmungskategorie?
Bei der Schaffung von Wohnungen in Gebieten für Geförderten Wohnbau ist bereits mit dem Antrag auf Baubewilligung der Nachweis der Grundkostenangemessenheit der Baubehörde vorzulegen. Die Baubehörde hat sodann zu überprüfen, ob diese Grundkostenangemessenheit besteht. Unabhängig von anderen Rechtsgrundlagen ist die tatsächliche Förderungszusage erst mit der Fertigstellungsanzeige vorzulegen.

Markus Busta
Mag. Markus Busta

Markus Busta war in den Jahren 2005 und 2006 Rechtsanwalt in der Kanzlei Hasberger_Seitz und Partner und arbeitet seither als selbständiger Rechtsanwalt in Wien. Er hat sich auf Umwelt, Bau- und Raumordnungsrecht, Gewerbe- und Betriebsanlagenrecht, Verwaltungsverfahrensrecht, Immobilienrecht und Vertragsrecht spezialisiert.

Beruflicher Werdegang

2000 - 2001  Gerichtspraktikum
2001 - 2002  Rechtsanwaltskanzlei Hochegger & Kajaba
2002 - 2005  Rechtsanwaltskanzlei Onz Onz Kraemmer Hüttler
2005 - 2006  Rechtsanwaltskanzlei Hasberger_Seitz & Partner
2006               Selbstständiger Rechtsanwalt in Wien

19:15 - 19:45

Vortrag: Pflichtstellplätze, Verfahrensvereinfachung, Schutz alter Gebäude und weitere ausgewählte Bestimmungen
Gibt es Erleichterungen bei der Stellplatzverpflichtung?
Einerseits wurde die Verpflichtung zur Schaffung von Pflichtstellplätzen bei Bestandsänderungen im Wohnbau stark reduziert, da facto nun gegenstandslos. Dies gilt auch schon für bereits anhängige Verfahren. Andererseits können ungenutzte Pflichtstellplätze nun unter bestimmten Voraussetzungen aufgelöst werden

 
Können kleinere Bauvorhaben in einem vereinfachten Verfahren bewilligt werden?
Mit § 70b der Bauordnung für Wien (BO) wurde ein spezielles vereinfachtes Verfahren für Bauwerke kleinen Umfangs geschaffen (ähnlich § 70a BO). Es kommt bei Bauvorhaben im Gartensiedlungsgebiet sowie bei Bauvorhaben in der Bauklasse I mit einer bebauten Fläche von höchstens 150 m² zur Anwendung. Dieses Verfahren ist zwingend anzuwenden, es besteht kein Wahlrecht.

Wurden die Bestimmungen zum Schutz alter Gebäude verschärft?
Neben dem Abbruch von Gebäuden in Schutzzonen ist nun auch für den Abbruch von Gebäuden die vor dem 1.1.1945 errichtet wurden eine Bewilligung erforderlich. Solche Gebäude können dann ohne Bewilligung abgebrochen werden, wenn Bestätigung des Magistrats vorliegt, dass an der Erhaltung des Bauwerks infolge seiner Wirkung auf das örtliche Stadtbild kein öffentliches Interesse besteht.

19:45 - 22:00

Get2gether mit anregenden Gesprächen
Markus Busta

Programmverantwortlicher:

Mag. Markus Busta

E-Mail

Datum: 05.03.2019 17:00

Ort:

SO/Vienna
Praterstrasse 1
1020 Wien

Anmeldeschluss:

Beendet

Plätze:

100

Keine Anmeldung möglich!

Veranstaltungen

Seit 2014 lädt ImmoDienstag regelmäßig zu seinen Info-Veranstaltungen in Wien ein. Anfangs als Geheimtipp gehandelt, ist der ImmoDienstag mittlerweile ein Fixpunkt in der Immobilienwirtschaft.

Zurück zur Übersicht

Das könnte Sie auch interessieren…